Der Phänologische Kalender


müsste eigentlich Phänomenologischer Kalender heißen

Ein Projekt, das uns das ganze Jahr 2005 begleitet hat.

Wir haben uns fachlich mit der Entstehung von Wetter auseinandergesetzt, z.B.

Sehr intensiv haben wir uns mit der Entstehung von Wirbelstürmen auseinandergesetzt, so ist auch der Grundgedanke für ein Projekt entstanden, das uns im 1. Halbjahr 2006 begleitet: das Riesenmikado.

Wir haben im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes täglich die Frühtemperatur gemessen, den Niederschlag, Entwicklungsstadien an verschiedenen Pflanzen beobachtet …

Die Phänologie (kommt aus dem Griechischen und bedeutet: Lehre von den Erscheinungen) befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen an Pflanzen. Die Eintrittszeiten charakteristischer Vegetationsstadien werden beobachtet und festgehalten. Einheitlich werden Daten sog. Zeigerpflanzen (auch Signal- und Kennpflanzen) zu Austrieb, Keimung, Blattentfaltung, Knospenbildung, Beginn der Blüte, Fruchtreife und Blattfall usw. gesammelt, ein sorgfältiges und zuverlässiges Beobachten und Festhalten der Daten ist für eine aussagekräftige Auswertung unerlässlich. Aufzeichnungen aus einer bestimmten Region über einen längeren Zeitraum bringen wertvolle Erkenntnisse zur Klimaentwicklung.

Die astronomischen Kalenderdaten sind jedes Jahr gleich, 4 Jahreszeiten sind genau festgelegt:

20. März = Frühlingsbeginn = Tag- und Nachtgleiche 12 Std. Tag, 12 Std. Nacht
21 Juni = Sommerbeginn = Sommersonnenwende 17 Std. Tag,   7 Std. Nacht
23. September = Herbstbeginn = Tag- und Nachtgleiche 12 Std. Tag, 12 Std. Nacht
21 Dezember = Winteranfang = Wintersonnenwende   7 Std. Tag, 17 Std. Nacht

Regelmäßig wiederkehrende Witterungserscheinungen sind bei uns bekannt, wie

Die Jahreszeiten der Natur halten sich nicht an festgelegte Termine, denn die Entwicklung der Pflanzen hängt vom Klima und von der Witterung ab. Die mitteleuropäischen Vegetationsperioden werden nach phänologischen Grundsätzen in 10 Abschnitte geteilt:
(die Zeitangaben sind vage, sie dienen nur zur Orientierung)

Vorfrühling
(Februar bis Ende März)
Schneeglöckchen, Stäube der Haselnuss
Stäube des Rohrkolbens, Vollblüte des Winterjasmins
Ende der Periode: Blüte der Salweide
Erstfrühling
(Ende März bis Mitte April)
Forsythie
Traubenhyazinthe, Buschwindröschen, Himmelsschlüssel
Mitte der Periode: Blätter der Rosskastanie entfalten sich
Stachelbeere blüht
Ende der Periode: Löwenzahn blüht
Vollfrühling
(Mitte April bis Ende Mai)
Apfelblüte, Blattentfaltung der Stieleiche, Rosskastanienblüte
Flieder, Goldregen, Apfelblüte
Ende der Periode: Wintergetreide schließt, 1. Heuschnitt
Frühsommer
Ende Mai bis Ende Juni)
Blühbeginn des schwarzen Holunders, Waldgeißbart
anschließend Heckenrose und Klatschmohn
Ende der Periode: Erdbeeren, frühe Süßkirschen
Hochsommer
(Ende Juni bis Ende Juli)
Blühbeginn der Sommerlinde, erste Reife der Johannisbeeren
Kartoffelblüte, Blüte der Sonnenblume und Wegwarte
Spätsommer
(Anfang bis Ende August)
Ende der Getreideernte, Reife der Ebereschenfrucht und der Felsenbirne, Beginn der Apfel- und Pflaumenernte
2. Heuschnitt (Grummet), Blühbeginn der Herbstanemone
Ende der Periode: Herbstzeitlose blüht
Frühherbst
(Anfang bis Ende September)
Reife des schwarzen Holunders und der Haselnuss
Hagebutten, letzte Zeit für 2. Grasschnitt, Brombeeren und Birnen reifen, Herbstzeitlose
Ende der Periode: Rosskastanien reifen
Vollherbst
(Ende Sept. bis Ende Oktober)
Eicheln der Stieleiche fallen, Laubverfärbung beim Wilden Wein
Reife der Quitte, Fruchtreife der Stieleiche
Ende der Periode: 1. Blattfall von Stieleiche und Rotbuche
Spätherbst
(Ende Okt. bis Anf. Dezember)
Apfel-, Birnen-, Traubenernte, Laubfall - meist zuerst an Rosskastanie, Eberesche, Hängebirke, dann Stieleiche und Rotbuche
Ende der Periode: Keimen des Winterweizens
Winter
(Dezember bis Februar - im Hochgebirge Sept.-Mai)
Boden ist so gefroren, dass eine Bearbeitung nicht mehr möglich ist - Vegetationsruhe

Phänologische Beobachtungen haben in Europa, China und Japan eine lange Tradition. So sind Daten bereits seit 1880 archiviert, wenn auch z.T. sehr lückenhaft und auf wenige Pflanzen beschränkt. So liegen u.a. Daten der Königlich Preußischen Lehranstalt für Obst- und Weinbau ab dem Jahr 1896 vor. In Deutschland sind seit 1936 verschiedene phänologische Beobachtungsstrukturen bekannt. Mit Gründung des Deutschen Wetterdienstes 1952 wurden die Länderdienste zusammengefasst, einheitliche Beobachtungsstrukturen festgelegt und nach der Wiedervereinigung 1990 der ost- und westdeutsche Wetterdienst zusammengelegt

Die über Jahrzehnte gesammelten Aufzeichnungen finden Verwendung in Forschung, Landwirtschaft, Medizin u.a.

Wer die Zeichen der Natur aufmerksam beobachtet, entwickelt bald ein Gespür für den Rhythmus des Lebens!

Links

Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege Pfaffenhofen
Deutscher Wetterdienst über Phänologie
Wikipedia Phänologie
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